Memocorby bei Innovationspreis Mercur der Wiener Wirtschaftskammer

Nominiert  für den diesjährigen Innovationspreis Mercur in der Kategorie Life Science – Wiener Life Science Unternehmen entwickelt digitale, high-tech Multi-Sensorik Würfel für Schlaganfall- und DemenzpatientInnen.

Bereits im 30. Jahr holt die Wirtschaftskammer Wien die innovativsten Unternehmen des Landes vor den Vorhang und vergab zum 30. Mal den Innovationspreis Mercur. Rund 200 Gäste kamen am 14. November, zur Verleihung in den Kuppelsaal der Technischen Universität Wien. Hier der Link zum Artikel in der Wiener Wirtschaft: WW_4617_06-07_Mercur

GF Elisabeth Dokalik-Jonak von Memocorby

Elisabeth Dokalik-Jonak und Nikolaus Kerö, Memocorby

Memocorby ist das Brainchild von Dr. Elisabeth Dokalik-Jonak, Pädagogin, Schulbauch-Autorin und Neurolinguistin an der Pädagogischen Hochschule und Universität Wien, die sich seit über 20 Jahren damit beschäftigt, wie wir am effizientesten und nachhaltigsten Lernen. Gemeinsam mit DI Nikolaus Kerö, einem embedded System-Spezialisten, gründete sie 2016 das E-Health Unternehmen Memocorby mit dem Ziel Sprachtherapie effizienter und in bester Qualität für alle zugänglich zu machen.

25.000 SchlaganfallpatientInnen in Österreich jedes Jahr

Viele von uns haben in unserem Bekanntenkreis oder in der Familie jemanden, der einen Schlaganfall erlitten hat. Jedes Jahr sind das in Österreich 25.000 Fälle. Dank der ausgezeichneten  Notfallversorgung in Österreich überleben heute  4/5 der SchlaganfallpatientInnen – sehr viele erleiden jedoch eine Sprachstörung (Aphasie), d.h. das Sprachzentrum wird durch den Schlaganfall in Mitleidenschaft gezogen.

Plötzlich nicht mehr sprechen zu können, ist die schreckliche Erfahrung, die ein Aphasiker durchmacht. Jeder kann durch einen Schlaganfall, (Hirninfarkt, Hirnblutung) oder durch einen Unfall eine Aphasie erleiden. Aphasie ist eine Sprachstörung, die nichts mit geistiger Behinderung oder psychischer Störung zu tun hat. Die Aphasie verändert nur die Fähigkeit, sich mit Sprache auszudrücken und Sprache zu verstehen.

Sprechen – Erinnern – Kommunizieren

Aktuell brechen circa 80 % der SchlaganfallpatientInnen mit Aphasie nach dem Aufenthalt in einer Reha-Klinik die Sprachtherapie vorzeitig ab. Vor allem am Land kann es schwierig sein, eine Logopädin in der Nähe zu finden. Das ist nicht gut und die Auswirkungen für die PatientIn können von Depressionen bis zur Arbeitsunfähigkeit reichen. Deshalb hat Memocorby digitale Bausteine entwickelt, mit denen man Sprache hören, sehen und angreifen – und damit begreifen kann. Die PatientIn übt während der Therapie mit der Logopädin und – zusätzlich – selbständig Zuhause.

So empfiehlt auch die Österreichische Gesellschaft für Neurologie möglichst täglich stattfindende Sprachtherapie. “Nachweisbar wirksam ist Sprachtherapie bei einer Intensität von 5 – 10 Stunden pro Woche. Sprachtherapie, die der Restitution sprachlicher und kommunikativer Funktionen dienen soll, ist bei einer Intensität von nur 2 Stunden pro Woche unwirksam.(aus: Leitlinien der ÖGN und DGN 2008, Rehabilitation aphasischer Störungen nach Schlaganfall)

115.000 Demenzkranke in Österreich

Bei DemenzpatientInnen geht es vor allem darum, den progressiven Verlauf des Sprachverlusts zu bremsen und Sprache möglichst lange zu erhalten. Aktuellen Schätzungen zufolge leben in Österreich 115.000 bis 130.000 Menschen mit einer Form der Demenz. Aufgrund des kontinuierlichen Altersanstiegs in der Bevölkerung wird sich diese Anzahl bis zum Jahr 2050 verdoppeln und der Betreuungs- und Pflegebedarf wird somit weiter steigen.

Wir freuen uns sehr, zu den 5 innovativsten Unternehmen in der Kategorie Life Sciences des Innovationspreises Mercur der WK Wien gerechnet zu werden und gratulieren allen Teilnehmern.